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2009 | Editorial


1960 fand im Zürcher Kongresshaus ein Konzert mit den Jazzcombos Oscar Peterson Trio, Stan Getz Quartet und Miles Davis Quintet statt, welches Teil war von Norman Granz "Jazz at the Philharmonic" (JATP). Das Schweizer Radio zeichnete dieses Konzert auf, veröffentlichte es aber nie auf LP oder CD. Die Hochschule Luzern plant nun zusammen mit dem TCB Jazz Label, diese Aufnahmen in Form von drei CDs mit einem Buch über Hintergrundinformationen, Fotografien, Zeitungsartikeln, Programmbroschüren, etc zu veröffentlichen.

Es musste also eine Lösung gefunden werden, um die CDs in das ca. 200-seitige Buch zu integrieren, wobei unserer Fantasie freien Lauf gelassen wurde. Vorgegeben waren die Kapitel und wir kriegten ausserdem einige Bilder, Notenblätter, Diagramme und wenige Texte.

Mein Ergebnis wurde vom Format her ein sehr grosses Buch, geschützt mit einer Hülle. Auf dieser ist als Fotografie die Sicht vom Rücken der Musiker in Richtung des Publikums zu sehen. Zieht man das Buch heraus, findet man die drei CDs, die ins Hardcover eingelassen sind. Die Trackliste dazu befindet sich auf der Rückseite des Buches. Auf den CDs taucht zum ersten Mal mein Konzept des Farbcodes auf: Jedem Musiker ist eine Farbe zugeteilt, welche später in den Kapiteln wieder eine Rolle spielt.

Die Einleitung beginnt erst einmal schwarz. Darauf folgen verschiedene historische Elemente wie Zeitungsartikel, die auf schwarzem Grund wie auf einem Tisch ausgelegt präsentiert werden. Sie werden alle in Originalgrösse dargestellt, damit man sie problemlos lesen kann. Aufgrund dieser Grössen rechtfertigt sich auch das Buchformat von 25 x 34 cm.

Nun folgt der "Konzertteil", der mit ganzflächigen Fotografien einen stimmungsvollen Eindruck des Konzerts geben soll. Die Farben des Konzepts übernehmen hier die Funktion der Bühnenbeleuchtung.

Weiter geht es mit dem "Backstagebereich", der die private Seite der Musiker zeigt. Besonders ist hier, dass die Farben ins Kapitel mitgetragen werden, das heisst, auch die Schrift ist nun in der jeweiligen Spezialfarbe gehalten.

Typographisch lehnte ich mich an die 60er Jahre an und wählte die Univers, welche auch heute noch sehr aktuell ist. Es ist eine zeitlose, sehr gut lesbare Schrift mit einer gewissen Strenge und ohne Schnörkel. Im Kontrast dazu steht die lebendige Musik, in der sehr viel improvisiert und getüftelt wird.

Dozenten: Franka Grosse, Urs Lehni


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© by Michèle Gnos